Mit dem Gesetz zur Eindämmung illegaler Betätigung im Baugewerbe vom 30.08.2001 wurde ein Steuerabzug beim Abzug von Bauleistungen an Bauwerken eingeführt. Unternehmer und öffentliche Körperschaften, die Bauleistungen empfangen, müssen ab dem 01.01.2002 15 % der Rechnungssumme einbehalten und an das Finanzamt des leistenden Bauunternehmers abführen. Diese Abzugsbeträge werden auf die Steuern des Bauunternehmers angerechnet.

Von dem Steuereinbehalt betroffen sind alle Bauleistungen an inländischen Bauwerken. Jeder in- oder ausländische Erbringer von Bauleistungen unterliegt dem Bauabzug. Dabei ist es ohne Bedeutung, ob die Bauleistung im Rahmen einer Gewerbe- oder steuerlich registrierten Tätigkeit erbracht wird oder der Unternehmer im Privaten tätig wird. Der Steuerabzug kann in zwei Fällen unterbleiben:

- Im Zeitpunkt der Gegenleistung liegt dem Leistungsempfänger eine gültige Freistellungsbescheinigung des Bauleistenden im Original vor.

- Die Gegenleistung überschreitet im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich die Bagatellgrenze von € 5.000,00. Die Bagatellgrenze erhöht sich auf € 15.000,00 wenn der Auftraggeber ausschließlich steuerfreie Umsätze aus Vermietung und Verpachtung nach § 4 Nr. 12 S.1 UStG ausführt.

Sofern die Bagatellgrenzen überschritten sind und keine gültige Freistellungsbescheinigung vorliegt, muss der Auftraggeber 15 % vom Rechnungsbetrag einbehalten und darf nur 85 % an den Bauunternehmer überweisen. Der Abzugsbetrag ist bis zum 10. Tag nach Ablauf des Monates, in dem die Zahlung erbrachte wurde, bei dem für den leistenden Unternehmer zuständigen Finanzamt nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck anzumelden und der selbst errechnete Abzugsbetrag an die jeweilige Finanzkasse abzuführen. Adresse und Kontoverbindung des zuständigen Finanzamtes können beim Bundesamt für Finanzen (www.bff-online.de) abgefragt werden.

Für einen nicht oder zu niedrig abgeführten Abzugsbetrag haftet der Auftraggeber. Wird der Rechnungsbetrag ohne Abzug ausgezahlt, muss der Auftraggeber den unterlassenen Einbehalt an das Finanzamt nachentrichten.

Dr. Reinhard Glimm
Rechtsanwalt

Kanzlei Erlangen

WEISS GLIMM GUTWIN

Rechtsanwälte Partnerschaft

Nürnberger Straße 71 · 91052 Erlangen

Telefon 09131 88515-0
Fax 09131 88515-55

Kanzlei Fürth

WEISS GLIMM GUTWIN

Rechtsanwälte Partnerschaft

Gebhardtstraße 2 · 90762 Fürth

Telefon 0911 217694-0
Fax 0911 217694-22

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.