OLG Bamberg, Urteil vom 19.08.2011 – 6 U 9/11

Die Konstellation ist nicht selten: der Kunde läßt sich vom Immobilienmakler A das Objekt benennen und zeigen. Irgendwann später bekommt der Kunde das selbe Objekt vom Makler B angeboten, der dann auch den Vertragsschluss vermittelt.

Im vorliegenden Sachverhalt erhielt der Makler B seine Provision vom Käufer. Makler A forderte seine Nachweisprovision ein und verklagte den Käufer.

Das OLG Bamberg führte dazu aus, dass:

der vom Makler gelieferte Nachweis einer Kaufgelegenheit nicht die alleinige oder hauptsächliche Ursache des späteren Vertragsschlusses sein müsse;

eine Zeitspanne von acht Monaten zwischen erster Besichtigung und Kauf für den kausalen Zusammenhang der Tätigkeit eines Maklers mit dem Vertragsschluss noch als angemessen zu beurteilen sei;

dann, wenn eine Immobilie von einem Nachweismakler präsentiert, später von einem Vermittlungsmakler erneut angeboten werde und es letztlich zu einem Vertragsschluss komme, der erste Makler Anspruch auf seinen Maklerlohn habe;

wegen der Vorkenntnis des Kunden ein zweiter Makler von vorneherein keine eigene provisionspflichtige Nachweistätigkeit entfalten könne.

Dr. Thomas Gutwin
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

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